Casanovas Cello

Casanova erzählt in seinen Erinnerungen von einer Affäre mit einer französischen Geliebten namens Henriette. Casanova rettet sie vor den venezianischen Sittenwächtern aus einer verfänglichen Situation in einer Herberge und flieht mit ihr nach Parma. Dort besuchen sie die Oper und lernen den Graveur und Münzstecher Le Beau kennen. Der bucklige aber geistreiche Le Beau lädt beide zu einem privaten Konzert in sein Landhaus ein. Ein Schüler des Cellisten Vandini spielt ein Cellokonzert, doch Henriette nimmt ihm das Instrument aus der Hand und beginnt selbst zu spielen. Es stellt sich heraus, dass Henriette meisterlich Cello spielt….

Clemens Goldberg (Barockcello und Moderation, Andreas Vetter (Barockcello) und Olaf Neun (Theorbe) interpretieren vier Sonaten von Vivaldi. Diese Werke erhalten durch die Texte Casanovas ihre kulturelle Einordnung im Venedig des frühen 18. Jahrhunderts. Die Interpretationen sollen aber auch mehr als heute sonst üblich die opernhafte Qualität dieser Werke beleuchten. Im Licht von Vivaldis Opern kann man auch in diesen scheinbar bescheidenen Werken Erzählungen von Liebe, Klage, Stolz hören. Vor allem wird aber auch getanzt, von der höfischen Sarabande bis zum Fandango. Allerdings war in der Vorstellung der Zeit der Tanz auch erotische Werbung und Verheißung.

Programm

Sonate a-moll f. Cello und B. c.

Largo

Allegro poco

Largo

Allegro

Sonate Es-dur f. Cello und B. c.

Larghetto

Allegro

Andante

Allegro

Sonate B-dur f. Cello und B. c.

Largo

Allegro

Largo

Allegro

Sonate g-moll f. Cello und B.c.

Preludio: Largo

Allemanda: Andante

Sarabanda: Largo

Gigue: Allegro

Clemens Goldberg studierte an der Musikhochschule Freiburg bei Christoph Henkel Cello und in Freiburg, Basel, Paris und Heidelberg Musikwissenschaft. Er promovierte in Heidelberg bei Ludwig Finscher, danach wurde er zum Gastprofessor an der State University of New York at Stony Brook mit einem Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung berufen. Dort gründete er ein Klaviertrio, das in zahlreichen Konzerten auftrat. Von 1987 bis 1989 lebte Goldberg mit einem Forschungsstipendium der DFG in Paris. Dort konzertierte er als Kammermusiker, machte Radioaufnahmen für France Musique und trat mit einem moderierten Programm im Pariser Lucernaire Forum auf. 1989 zog Goldberg nach Berlin, wo er als Autor und Moderator für Radio und Fernsehen tätig ist. Sein cellistisches Spektrum erweiterte Goldberg mit Barockcellostudien bei Phoebe Carrai. Seit 8 Jahren moderiert er seine eigene Sendung “Goldberg-Variationen” bei Radio Kultur (RBB). Daneben wurde er zum Gastprofessor an der HdK Berlin berufen und ist weiterhin sowohl mit modernem als auch Barockcello konzertierend tätig. 2003 gründete er die Goldbergstiftung, die besondere Konzertformen nach dem Prinzip des Slow Listening unterstützt.

Olaf Neun erhielt seine erste musikalische Ausbildung in Gitarre, Theorie und Klavier an der Musikschule Berlin-Treptow. Danach studierte er klassische Gitarre an der Musikhochschule Franz-Liszt in Weimar in der Klasse von Prof. Jürgen Rost und wechselte dann an die HdK Berlin, wo er Laute bei Prof. Nigel North studierte. Er besuchte Meisterkurse bei Paul O’Dette und Elizabeth Kenny. Er ist vielfach als Solist, Liedbegleiter und Continuo-Spieler tätig. Er trat bei den Händel-Festspielen in Halle, den Bach-Tagen Berlin, den Musikfestspielen Dresden und vielen anderen auf. Olaf Neun ist in vielen Radio-Aufnahmen und Cd-Aufnahmen zu hören.

Andreas Vetter studierte Violoncello an den Musikhochschulen Detmold und Freiburg bei Prof. Marcial Cervera und Prof. Irene Güdel. Daran schloß sich ein Spezialstudium im Fach Barockcello bei Phoebe Carrai an der Hochschule der Künste Berlin an, das er 1997 abschloß. Durch den Besuch internationaler Meisterkurse, u. a. bei Prof. Gerard Darmstadt, Jaap ter Linden und der Bach-Academy unter der Leitung von Joshua Rifkin, rundete Vetter sein Können ab. Nach Engagements im Westfälischen Sinfonieorchester Recklinghausen und dem Symphonischen Orchester Berlin widmete sich Vetter vor allem seiner kammermusikalischen Tätigkeit auf dem Barockcello. Er ist mit zahlreichen Ensembles für Alte Musik wie z. B. dem Concerto Grosso Berlin, Stockholm Barock, Berliner Lautten Compagney sowie dem Hasse-Orchester der Neuköllner Oper künstlerisch verbunden.