Bachs Goldberg
Johann Gottlieb Goldberg (1727-1756) war vielleicht der begabteste Schüler, den Johann Sebastian Bach neben seinen Söhnen je hatte. Sein Mentor, der russische Botschafter Graf Keyserlingk, hatte ihn mit gerade 14 Jahren zu Bach geschickt, um dort die letzten Geheimnisse des Cembalospiels zu erlernen. Aus dieser Konstellation entstanden die sog. Goldberg-Variationen.
Clemens Goldberg (keine Verwandtschaft mit Johann Gottlieb!) spinnt den Erzählfaden von dieser Konstellation zu den wenigen Kompositionen Goldbergs, die Goldberg so gut fand, dass er sie nicht wie alle anderen verbrannte. Sie sind denjenigen Bachs so ähnlich, dass eine von ihnen lange für eine Komposition Bachs gehalten wurde. Die Polonaisen Goldbergs, die er selbst als “elende Sachen für Damen” bezeichnete, ergänzen sich mit der polnischen Emblematik der Goldberg-Variationen.
Programm
Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Goldberg-Variationen:
Aria
Variation 7 al tempo di Giga
Variation 3 Canone all’unisuono
Variation 2
Variation 29
Johann Gottlieb Goldberg (1727-1756)
Triosonate C-dur (früher J. S. Bach zugeschrieben, BWV 1037)
Adagio
Alla breve
Largo
Gigue
Johann Sebastian Bach
Goldberg-Variationen:
Variation 6 Canone alle Seconda
Variation 9 Canone alle Terza
Variation 15 Canone alle Quinta
-+-+-+-+-+-+-+
Johann Sebastian Bach
Goldberg-Variationen
Variation 16 Ouverture
Johann Gottlieb Goldberg
Triosonate a-moll
Adagio
Allegro
Alla Siciliana
Allegro assai
Johann Sebastian Bach
Goldberg-Variationen
Variation 18 Canone alle Sexta
Variation 19 (Menuet)
Variation 1 (Polonaise)
Johann Gottlieb Goldberg
Drei Polonaisen f. Clavier
Triosonate B-dur
Adagio
Allegro
Grave
Ciaccona
Johann Sebastian Bach
Goldberg-Variationen:
Aria
Biographien für “Bachs Goldberg”
Kathrein Allenberg
studierte bei Conrad von der Goltz in Würzburg und bei Thomas Brandis an der HdK Berlin und sammelte danach Orchestererfahrung an der Deutschen Oper Berlin. Seitdem arbeitet sie als freischaffende Geigerin und Barockgeigerin solistisch sowie kammermusikalisch. So konzertiert sie z.B. mit ihrem Ensemble für Alte Musik Kalliope und dem Zephyrquartett auf historischen Instrumenten. Als Geigerin von „work in progress“ führt sie Neue Musik nach 1950 auf. Am Berliner Ensemble spielt sie die virtuose Konzertfassung der Dreigroschenoper für Violine und Klavier unter der Leitung von Manfred Karge. Radioproduktionen mit dem WDR, RBB und Deutschlandfunk.
Gösta Funck
studierte bei Glen Wilson und Ketil Haugsand. Er komplettierte seine Ausbildung auf Meisterkursen bei Bob van Asperen, Jesper B. Christensen, Lars Ulrik Mortensen und dem European Community Baroque Orchestra.
Als Solist und Continuo-Spieler arbeitete Gösta Funck mit etablierten Größen wie Concerto Köln und Konrad Junghänel im In- und Ausland. Er spielte eine Produktion der Hamburgischen Staatsoper (”Ein musikalisches Bankett” mit Kantaten von J. S. Bach) und am Theater für Vorarlberg, Bregenz (”Mr. Bach, Mr. Bach” mit Goldberg-Variationen).
Seit 1999 ist Gösta Funck Künstlerischer Leiter der Reihe Alte Musik der Stiftung Landdrostei, Pinneberg/Hamburg; 2001 leitete er die “Celestiale” (Alte Musik im Kaisersaal, Freiburg).
Clemens Goldberg
studierte an der Musikhochschule Freiburg bei Christoph Henkel Cello und in Freiburg, Basel, Paris und Heidelberg Musikwissenschaft. Er promovierte in Heidelberg bei Ludwig Finscher, danach wurde er zum Gastprofessor an der State University of New York at Stony Brook mit einem Stipendium der Alexander von Humboldt-Stiftung berufen. Dort gründete er ein Klaviertrio, das in zahlreichen Konzerten auftrat. Von 1987 bis 1989 lebte Goldberg mit einem Forschungsstipendium der DFG in Paris. Dort konzertierte er als Kammermusiker, machte Radioaufnahmen für France Musique und trat mit einem moderierten Programm im Pariser Lucernaire Forum auf. 1989 zog Goldberg nach Berlin, wo er als Autor und Moderator für Radio und Fernsehen tätig ist. Sein cellistisches Spektrum erweiterte Goldberg mit Barockcellostudien bei Phoebe Carrai. Seit 8 Jahren moderiert er seine eigene Sendung “Goldberg-Variationen” bei Radio Kultur (RBB). Daneben wurde er zum Gastprofessor an der UdK Berlin berufen und ist weiterhin sowohl mit modernem als auch Barockcello konzertierend tätig.
Mark Schimmelmann
Unterricht und Studium bei Toyoda, Zehetmeier, Dumay und Wilkomirska in Mannheim und Berlin. Barockgeige bei Reinhard Goebel. Bereits während des Studiums Mitglied der Jungen Deutschen Philharmonie und dem Schleswig Holstein Festival Orchester – u.a. Konzerte mit Symon Bychkow, Antal Dorati, Garry Bertini, Christoph Eschenbach und Leonard Bernstein. Mitglied beim „Neuen Orchester Köln“ - Ensemble für historische Aufführungspraxis und dem Kölner Kammerorchester. Zahlreiche CD- Veröffentlichungen. Solo- und Kammermusikabende u.a. in Mannheim, Berlin, beim Schleswig Holstein Musikfestival und in den USA.


